Pflanzenschutz-Bulletin

vom 23. Oktober 2026

Larven des Rapserdflohs

Schäden durch die Larven des Rapserdflohs

Ab Ende Oktober kann durch eine Kontrolle der Blattstiele auf Erdflohlarven oder durch den Berlèse-Test der Larvenbefall und die Notwendigkeit einer Insektizidbehandlung abgeschätzt werden. Eine Insektizidbehandlung kann zwischen Anfang und Mitte November (spätestens 14.11.) durchgeführt werden. 

Je später eine Behandlung erfolgt, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, eine grosse Anzahl von Larven zu erreichen, die im Winter Schäden verursachen können.

Galerien der Erdflohlarven in dem Blattstängel.

Die Larven sind nur dann schädlich, wenn sie das Herz der Rapspflanze (Vegetationspunkt) erreichen. Das Risiko ist geringer wenn die Rapspflanzen zu Beginn des Winters gut entwickelt sind (ca. 10 Blätter und ein Wurzelhalsdurchmesser von 8 mm) und gesund sind (keine Kohlhernie an den Wurzeln). In kräftigen Pflanzen können die Larven ihren Zyklus in den Blattstängeln beenden, ohne bis zum Herz (Vegetationspunkt) der Pflanze vorzudringen. Allerdings kann ein milder Winter die Schäden verstärken. Dank des enormen Kompensationsvermögens (z.B. durch Bildung von Seitentrieben) des Rapses sind die Auswirkungen des Rapserdflohs auf den Ertrag oft geringer als erwartet.

Auswinterungsschaden der Erdflohlarven.

Kontrolle

Ob gegen die Larven des Erdflohs gespritzt werden sollte, kann frühestens Ende Oktober beurteilt werden. 

Findet man beim Auszählen von 10 x 5 Pflanzen in 7 von 10 Pflanzen mind. 1 Larve, ist die Schadschwelle erreicht.
Man kann auch Pflanzen während 2 Wochen auf einem Gitter über einem Becken mit Seifenwasser trocknen lassen (Die Larven fallen runter, = Berlesemethode). Dabei beträgt die Schadschwelle 2-5 Larven pro Pflanze. 1
0 x 5 Pflanzenauszählen, wenn in 7 von 10 Pflanzen mind. 1 Larve ist, ist die Schadschwelle erreicht.

Berlèse-Methode zur Auszählung der Rapserdfloh-Larven.

Bekämpfung mit Insektiziden

Eine Behandlung der Larven gegen Ende der Saison (Ende Oktober bis Mitte November), wenn die Temperaturen kühl sind, ist wirksamer als die Behandlung gegen adulte Rapserdflöhe (siehe Grafik unten).

Die einzigen zur Verfügung stehenden Mittel, Pyrethroide, sind hochanfällig für Resistenzbildungen (z.B. Rapsglanzkäfer) (Erfahrungen D, F & UK), deshalb sollte mit diesen sparsam umgegangen werden. D.h. im Herbst wenn immer möglich nur eine Behandlung anvisieren.

Nicht vergessen vor einer Insektizidbehandlung aus dem Programm «Verzicht auf Pflanzenschutzmittel» (ehem. Extenso ) auszusteigen und eine Sonderbewilligung einzuholen. Pyrethroide sind äusserst giftig. Jede Abdrift muss unbedingt vermieden werden. Die Anforderungen zur Abdriftreduktion entlang von Gewässern sind für die gewählten Produkte zu beachten.

Bei der Vorbereitung der Spritzbrühe muss der pH-Wert im saueren Bereich bleiben (ca. pH 5), da der Wirkstoff sonst abgebaut wird. Zur Absenkung des pH-Werts können verschieden Zusatzstoffe verwendet werden (z.B. Zitronensäure, Check-Point usw). Dies ist unerlässlich, wenn die Behandlung mit Bor-Blattdünger kombiniert wird. Für eine optimale Wirksamkeit empfiehlt es sich ebenfalls ein Netzmittel beizugeben und mit ausreichend Wasser zu behandeln (350l/ha).

Im Rahmen des ÖLN ist ein Spritzfenster anzulegen (eine Balkenbreite auf 10-15 m Laufmeter, markiert), damit die Wirksamkeit abgeschätzt werden kann.

Ausserdem

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