Pflanzenschutz-Bulletin

vom 26. Mai 2026

Chemische Unkrautbekämpfung

Chemische Unkrautbekäpfung

Im ÖLN darf Mais nur im Nachauflauf chemisch bekämpft werden, ausser bei einer Bandbehandlung.

In Parzellen mit hohem Raigras-Druck ist der Einsatz eines Sulfonylharnstoffs (z.Bsp. Equip, Equip Power, Titus ...) erforderlich, viele breit wirksame Lösungen enthalten Sulfonylharnstoffe. Letztere wirken aber nicht gegen Durchwuchs von Conviso-/Smart-Rüben.

Generell werden Resistenzen gegenüber Sulfonylharnstoffen insbesondere bei Gräsern (Raigras, Wiesenfuchsschwanz und Straussgräser) immer häufiger beobachtet. Daher ist es wichtig, die Wirkstoffe über die gesamte Fruchtfolge hinweg abzuwechseln.

Strategie ohne Sulfonylharnstoffe

Dabei wird eine frühzeitige Behandlung (bis zum 2-Blatt-Stadium des Maises) mit den Bodenherbiziden Dimethenamid-P (z. B. Spectrum) und Pendimethalin (z. B. Stomp Aqua) durchgeführt. Auf leichten Böden sollte die niedrigere Dosierung gewählt werden. Auf Schwarzerde ist die Wirksamkeit dieser Produkte verringert; bei gestaffeltem Unkrautaufgang empfiehlt sich eine Aufteilung der Herbizide.

Anschliessend, im 3- bis 4-Blatt-Stadium des Maises, können die Bodenherbizide durch ein Triceton, wie Tembotrion (z. B. Laudis) oder Mesotrion (z. B. Callisto) ergänzt werden. Bei Raigrasproblemen erfordert diese Unkrautbekämpfungsstrategie eine Nachbehandlung mit einem Sulfonylharnstoff wie Foramsulfuron (z. B. Equip) oder Rimsulfuron (z. B. Titus).

Phytotoxizität mit Blatt-Herbiziden vermeiden

Behandeln Sie niemals gestressten Mais. Behandeln Sie bei günstigen Witterungsbedingungen; die Mindesttemperaturen müssen über 10 °C liegen und die Tag-/Nacht-Temperaturunterschiede dürfen maximal 15 °C betragen. Nach einer Regenperiode möglichst 1 bis 2 sonnige Tage abwarten, damit sich die Wachsschicht des Maises wieder bilden kann. Mais kann zudem durch Hitze und Trockenheit gestresst werden.

Von der Kälte gestresster Mais verträgt keine Blattherbizide.

Achtung: seit diesem Jahr sind Produkte mit Dimethenamid-P (Frontier, Mazil Loper, Spectrum) auf maximal 1.2 l/ha beschränkt.

Gewässerschutz-Einschränkungen Mais-Herbizide

Grundwasser (Siehe PSM im Feldbau) :

  • Verbotene Aktivsubstanzen in S2-Zonen: Bentazon, Isoxaflutole, Thifensulfuron-Methyl, Tritosulfuron, S-Metholachlor, Terbuthylazin, Nicosulfuron
  • Mengeneinschränkungen pro Parzelle über mehrere Jahre: 
    • Isoxaflutol (60 g /3 Jahre): Adengo, Adengo S 
    • Bentazon (0,96 kg / 2 Jahre): Basagran SG, Effican SG, Kusak SG, Pedian SG
    • Thifensulfuron (1x /3 Jahre nach Anwendung auf Getreide) : Harmony SX

Oberflächengewässer :

  • Schutz vor Drift: 20 m Puffer für die Produkte 2,4-D und Harmony
  • Schutz vor Abschwemmung:
    • 1 Punkt: Equip, Azur Mais, Monsoon (<1.5l/ha), Equip Power (1.25l/ha), Adengo, Adengo S, 1,4 D
    • 2 Punkte: Equip, Azur Mais, Monsoon (>2/ha); Equip Power (>1.5l/ha)

Untersaaten

Eine Untersaat ist möglich, sofern nur bestimmte Produkte verwendet werden. In der Regel wird im 3-Blatt-Stadium des Maises Unkraut bekämpft und die Untersaat wird etwa 2 Wochen später, d. h. im 4- bis 5-Blatt-Stadium der Kultur, ausgesät. Beim Anlegen einer Untersaat ist mechanische Unkrautbekämpfung zu bevorzugen.

Ausserdem

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