Pflanzenschutz-Bulletin

vom 11. September 2026

Krankheiten im Getreide vorbeugen

Mutterkornpilz

Dieses Jahr kam es in der Westschweiz regional wieder zu einem erhöhten Auftreten von Mutterkornpilz, auch im Weizen. Der Mutterkornpilz infiziert Getreide während der Blüte, wobei Roggen am anfälligsten ist. Die Infektion geht von früh blühenden Gräsern aus. So wurden in den letzten Jahren vermehrt Fälle in Parzellen mit z.B. resistentem Raygras beobachtet. Aber auch mangelnde Feldrandhygiene trägt zum Infektionsrisiko bei, die Feldränder sollten vor der Blüte des Getreides gemulcht werden.

Die schwarzen Körner (Sklerotien) bilden die Grundlage für Infektionen in der nächsten Saison. Diese Sklerotien bleiben bis zu 3 Jahre infektionsfähig. Da sie in betroffenen Parzellen auf den Boden fallen empfiehlt sich eine Einarbeitung tiefer als 10 cm, am besten mit dem Pflug. Für strikt pfluglose Betriebe empfiehlt sich eine Pause für Getreideanbau von mindestens 2 Jahren auf einer stark befallenen Parzelle. 

Anstatt der Getreidekörner bilden sich schwarze Sklerotien.

Gelbverzwergungsvirus der Gerste

Diese Krankheit wird durch ein Virus ausgelöst, das durch Blattläuse übertragen wird. Im Frühjahr findet man dabei zwergwüchsige Pflanzen mit vergilbten jungen Blättern. Damit die Infektion stattfinden kann, müssen gleichzeitig ein Virusherd (z.B. Ausfallgetreide, Mais oder Hafer in Zwischenkulturen), geflügelte Blattläuse und Getreide im sensiblen Stadium (1- bis 3-Blattstadium) vorhanden sein. Ein milder Herbst erhöht dabei das Risiko für eine Infektion, da der Flug der Blattläuse unter solchen Bedingungen deutlich höher ist. Die Verschiebung des Saatzeitpunkts (auf Anfang Oktober, also nicht zu früh säen!) ist die wirksamste Lösung. Auch das Einarbeiten des Ausfallgetreides, bevor die neuen Getreidesaaten auflaufen, reduziert das Infektionsrisiko.

Gelbverzwergung der Gerste

Fusarien

Fusarien können die Weizenähren von sensiblen Sorten infizieren, aber nur wenn die Wetterverhältnisse passen, d.h. wenn es während der Blüte regnerisch ist. Es kann bei der Sortenwahl auf resistentere Sorten geachtet werden (siehe Liste der empfohlenen Sorten von Swiss Granum/Agroscope). Ausserdem sollte darauf geachtet werden, dass das Risiko einer Infektion möglichst tief gehalten wird, nämlich durch eine gute Fruchtfolge und die Wahl der Bodenbearbeitung vor der Saat. Eine Weizensaat nach Mais, speziell Körnermais, und wenn dabei pfluglos gearbeitet wird, stellt ein erhöhtes Risiko dar. Das feine Mulchen der Maisstoppeln und anschliessende Unterpflügen reduziert das Risiko für Fusarien stark. Zur Erinnerung; bei Weizen oder Triticale nach Mais gibt es keine Beiträge für die Wahl einer pfluglosen Anbautechnik.

Fusarienbefall im Weizen

Ausserdem

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