Sehr oft sind in den jungen Rapsbeständen Frassstellen vom Erdfloh sichtbar. Die Insekten verursachen Frassschäden in Form von typischen runden Löchern inmitten vom Blatt; nicht mit Schneckenschäden verwechseln. Die Bestände sind aber bei weitem nicht in allen Fällen bedroht.
Weist ein wüchsiger Bestand, d.h. keine Wachtumsblockierung durch Verkrustung, Trockenheit oder starke Chlomazone-Schäden, echte Blätter auf so ist das Risiko für Wachstumsstillstand oder gar Pflanzenverlust durch erwachsene Erdflöhe stark reduziert und somit eine Behandlung überflüssig.
Die offizielle Schadschwelle lautet: mehr als 50 Prozent befallene Pflanzen mit
mind. 25% betroffener Blattfläche im Keimblattstadium. Diese Schadschwelle gilt für geschwächte Bestände.


So kann man beurteilen ob der Bestand bedroht ist:
Durch eine Notfallzulassung ist es 2026 möglich, Raps-Saatgut zu importieren, welches mit Buteo Start gebeizt wurde. Eine Beizung in der Schweiz ist nicht zugelassen. Achtung: Nicht jedes Saatgut wurde damit behandelt. Kontrollieren Sie auf dem Saatgut-Sack, wenn Sie nicht sicher sind.
Der in Buteo Start enthaltene Wirkstoff Flupyradifuron wirkt gegen Schädlinge beim Auflaufen, d.h. gegen den Rapserdfloh und den Kohlerdfloh. Es handelt sich um ein systemisches Insektizid, welches über die Wurzeln von der Pflanze aufgenommen und in die ganze Pflanze verteilt wird. Die Erdflöhe nehmen den Wirkstoff über das Schaben an den Blättern auf, was zum anschliessenden Absterben der Käfer führt. Das bedeutet, dass man einen gewissen Blattfrass tolerieren muss, bis das Insektizid wirkt. Die Wirksamkeit hält etwa 4-6 Wochen an.
Bei guten Auflaufbedingungen sollte sich eine zusätzliche Insektizid-Behandlung erübrigen.
Wichtig: mit der Spritzung gegen den erwachsenen Erdfloh können Auswinterungsschäden durch Larven nicht immer verhindert werden, da der Einflug der Adulten und die Eiablage über einen längeren Zeitraum stattfinden (siehe Grafik unten).
Eine Behandlung der Larven bei kühlen Temperaturen, Ende Oktober bis Mitte November ist gegen Larven effektiv.


Die einzigen zur Verfügung stehenden Mittel, Pyrethroide, sind hochanfällig für Resistenzbildungen (Erfahrungen D, F & UK). Man sollte deshalb sparsam damit umgegehen. D.h. im Herbst wenn immer möglich nur eine Behandlung anvisieren.
Nicht vergessen vor einer Insektizidbehandlung aus dem Programm «Verzicht auf Pflanzenschutzmittel» (ehem. Extenso) auszusteigen und eine Sonderbewilligung einzuholen. Das Produkt Karate Zeon hat den geringsten Gewässerabstand (20 m) wegen Abdrift. Spritzfenster anlegen (eine Balkenbreite auf 10-15 m Laufmeter). Beachten Sie unbedingt die Anwendungsbedingungen zum Schutz der Gewässer vor Abdrift und Abschwemmung.
Um den Einflug der Erdflöhe aber auch anderer Rapsschädlinge zu beobachten, muss eine Gelbschale verwendet werden. Diese soll zur Hälfte eingegraben und mit Wasser und etwas Seife gefüllt werden.