Pflanzenschutz-Bulletin

vom 11. September 2026

Korrekturbehandlungen mit Herbiziden im Raps

Aufgrund der fehlenden Feuchtigkeit waren die Stoppelbearbeitungen nach der Ernte oft ungenügend wirksam gegen das Ausfallgetreide. Auf vielen pfluglos angelegten Parzellen ist im Moment viel Ausfallgetreide zu beobachten. Eine Korrekturbehandlung mit einem Gräsermittel sollte erst erfolgen, wenn möglichst viele Samen gekeimt sind. D.h. man muss sich etwas gedulden und darf nicht zu früh eingreifen. Kratzen Sie etwas Boden auf, um zu überprüfen, ob die Samen schon gekeimt sind. Wird eine Behandlung notwendig, sollte sie mit einem spezifischen Gräsermittel und bei günstigen Wachstumsbedingungen erfolgen, bevor der Raps zu dicht gewachsen ist.

Auf Parzellen, auf denen der Druck noch nicht zu hoch ist, bietet der Wirkstoff Propyzamid (Kerb Flo) eine interessante Alternative. Dieser darf jedoch nicht vor November appliziert werden. Mit der Verwendung von Kerb Flo kann man einerseits das Risiko zur Resistenzbildung verringern und andererseits auch Gräser bekämpfen, welche schon Resistenzen gegen die Gruppe 1 aufweisen (z.B. Windhalm, Ackerfuchsschwanz oder Raigras). Dieses Bodenherbizid sollte im Herbst so spät wie möglich auf feuchten, kalten Boden (<5°C) ausgebracht werden. Auf wärmeren Böden wird es abgebaut, bevor es wirken kann. 

Das Ausfallgetreide keimt auch, wenn es tief im Boden ist. Bei ungenügender Feuchtigkeit wirken Bodenherbizide dort nicht.

Bodenherbizide im Vorauflauf haben nicht immer eine optimale Wirksamkeit gezeigt, vor allem beim Gänsefuss. Es gibt nur wenige Möglichkeiten eine Korrekturbehandlung im Nachauflauf zu machen. Man kann beispielsweise Quinmerac + Pethoxamid (z.B. Tanaris + Successor 600) bis zum 4-Blatt-Stadium des Rapses verwenden. Diese Mischung hemmt das Wachstum der Unkräuter jedoch nur, wenn die Bodenfeuchtigkeit ausreichend hoch ist und die Wurzeln die Wirkstoffe aufnehmen können. 

Propyzamid (Kerb Flo) ermöglicht die Bekämpfung einiger breitblättrigen Unkräuter (z.B. Vogelmiere, persischer Ehrenpreis, Taubnessel oder Hirtentäschel). Auf Parzellen mit Einzelkorn-Saat kann das Hacken eine Notlösung sein: 1 bis 2 Durchgänge im Herbst ab dem 4-Blatt-Stadium, und falls nötig auch im Frühling, bevor der Raps den Boden deckt.

Ausserdem

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