Pflanzenschutz-Bulletin

vom 20. August 2026

Schnecken

Beim Auflaufen ist der Raps am anfälligsten, er bleibt sensibel bis zum 3- bis 6-Blattstadium. In einigen Fällen fressen die Schnecken die Keimlinge bevor sie überhaupt auflaufen. Deshalb sollte nicht auf die ersten Schneckenschäden gewartet werden bevor gehandelt wird.

Vorsicht bei pflugloser Bodenbearbeitung und Zwischenkulturen, diese Praktiken fördern Schnecken.

Das Risiko ist bei feuchten Bedingungen auf grobscholligem Saatbeet, Böden mit vielen Hohlräumen und mit Ernterückständen gross. Die Feuchtigkeit auf der Bodenoberfläche ist dabei entscheidend.

Ein schwacher Regenschauer und danach bedecktes Wetter kann bereits genügen, um die Schnecken zu reaktivieren. Falls die Bodenoberfläche jedoch nach dem Regenschauer rasch abtrocknet, kann es sein, dass keine Schäden entstehen.

Durch eine Schneckenfalle, kann das Risiko abgeschätzt werden

Kontrollen und Behandlungen

Nur wenn man die Parzelle gut kennt und regelmässig beobachtet, auch bei Bedingungen, die für Schnecken förderlich sind, kann man das Risiko richtig abschätzen.

Deshalb mehrere Schneckenfallen pro Parzelle vor der Saat oder sofort danach aufstellen. Die Fallen funktionieren vor dem Auflaufen besser. Dazu werden an 4 bis 8 Stellen (auf 50 x 50 cm) Schneckenkörner gestreut (Bei Trockenheit, und mit Sack/Karton zudecken). Für Fallen unbedingt Produkte auf der Basis von Metaldehyd benutzen. Mit Sluxx (Eisen-III-Phosphat) hinterlassen die Schnecken nämlich keine Spuren.

Nach einer Behandlung regelmässig kontrollieren, da ein einmaliger Einsatz von Schneckenkörner häufig nicht genügt. Der Schutz hält je nach Niederschläge und Produkt ca. 2 Wochen. Ideal ist, die Anwendungen direkt nach dem Regen durchzuführen nicht nur als Randbehandlung sondern auf der ganzen Fläche.

Schneckenschäden (gross) nicht mit Erdflohschabstellen (klein, weisser Rand) verwechseln

Achtung: Regeln für Schneckenkörner

Die gesamte Menge Metaldehyd (Aktivsubstanz) pro Parzelle und Jahr darf 700 g/ha nicht überschreiten und zwischen zwei Behandlungen müssen 14 Tage Abstand eingehalten werden. Dies entspricht 14 kg/ha oder 2-3 Behandlungen für Produkte mit 5% Aktivsubstanzgehalt. Wenn die 14 Tage Abstand aufgrund von starkem Druck nicht eingehalten werden können, kann Sluxx (Eisen-III-Phosphat) statt Metaldehyd verwendet werden. Schneckenkörner sind auch beim Bundesprogramm "Verzicht auf Pflanzenschutzmittel" (früher Extenso) zugelassen.

Ausserdem

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