Pflanzenschutz-Bulletin

vom 20. August 2026

Herbizidloser Raps

Herbizidloser Raps

Es existieren Produktionssystem-Beiträge des Bundesprogrammes «Verzicht auf Herbizide» für herbizidlosen Raps (siehe Artikel Freiwillige  Programme->Beitrag für den Verzicht auf Herbizide im Ackerbau und in Spezialkulturen).

Da Raps kräftig wächst und so das Unkraut konkurriert, kann in Parzellen mit schwachem Unkrautdruck ohne problematischen Unkräuter (Storchenschnabel, Kamillen, Mehrjährige) evtl. auf Herbizide verzichtet werden. Dabei kann man Unkraut mechanisch bekämpfen oder mit Untersaaten arbeiten.

Idealerweise sollte man vor der Rapssaat 1-2 Mal ein falsches Saatbett anzulegen. Dies ermöglicht einjährige Unkräuter und den Durchwuchs zu bekämpfen.

Eine oder zwei Unkrautkuren sind sinnvoll vor einem herbizidlosen Raps.

Mechanische Unkrautbekämpfung (Hacken):

Um eine gute Wirksamkeit des Hackens zu erreichen, ist ein homogenes Auflaufen zentral. Die Saatmenge ist bei mechanischer Unkrautbekämpfung um ca. 10% zu erhöhen (v.a. wenn nah an der Pflanzenreihe gehackt wird und  nicht auch noch eine Bandspritzung erfolgt). Ab dem 4-Blatt-Stadium des Rapses kann gehackt werden (Reihensaat, Einzelkornsämaschine).

Raps kann ab dem 4-Blatt Stadium gehackt werden

Raps mit Untersaat:

Ziel dieser Anbauform: Den Raps ohne Vorauflaufherbizide anzubauen. Die Methode ist für Verfahren mit und ohne Pflug geeignet. Dabei werden nicht winterharte Leguminosen zusammen mit dem Raps gesät, entweder als Mischung mit einer Getreidesämaschine oder oder mittels einem separaten Durchgang. Als Untersaat werden Mischungen mit bestimmten Leguminosen (z.B. Linsen, Platterbsen, Bockshornklee und Ackerbohne) empfohlen. Alexandrinerklee und Sommerwicke überleben milde Winter teilweise und können im Frühjahr Probleme verursachen. Oft befindet sich in der Mischung auch Ramtillkraut (auch Guizotia oder Niger genannt), aufgrund seiner Schnellwüchsigkeit und der Attraktivität für Schnecken. Man sät sowohl den Raps, als auch die Untersaat in normaler Saatdichte, total also 200% (100% Raps und 100% Untersaat). Der Schlüssel zum Erfolg ist eine frühe Saat, ca. 5-10 Tage früher als bei konventionellem Raps. Dazu sind dieses Jahr die Bedingungen nicht gut.

Untersaaten sind nur auf Parzellen mit schwachem Unkrautdruck erfolgreich.

Laufen zu viele Gräser auf (z.B. Ausfallgetreide), kann ein spezifisches Gräsermittel notwendig werden (Schadschwelle: 10 Gräserpflanzen/m2). Falls viele Kornblumen, Klebern oder Kamillen vorhanden sind, kann mit dem Produkt Effigo im Frühjahr noch eine Korrekturbehandlung vorgenommen werden. Im Fall einer Herbizidbehandlung entfallen natürlich die Produktionssystem-Beiträge für den «Verzicht auf Herbizide».

Ausserdem

An error has occurred. This application may no longer respond until reloaded.Reload 🗙