
Eine zu frühe Saat (Anfang August) erhöht das Risiko für einen Krankheitsbefall wie z.B Kohlhernie und für das Längenwachstum vor dem Winter. Eine zu späte Saat (Anfang September) erhöht allerdings das Risiko von Schäden durch adulte Erdflöhe.
Der wichtigste Punkt ist ein rasches und homogenes Auflaufen. Dafür ist die Feuchtigkeit das entscheidende Element. Die Saaten können getätigt werden, wenn ein grösseres Regenereigniss in Sicht ist.
Die Kapillarität kann durch eine sehr oberflächliche Bodenbearbeitung unterbrochen werden. Wenn möglich max. 4cm tief. Gepflügte Böden sollten rasch weiterbearbeitet werden, um die Feuchtigkeit so gut wie möglich zu erhalten, wenn je nach Parzelle noch welche vorhanden ist.
Das Saatbett sollte in den ersten 3-4 cm genug fein (aber nicht zu fein!) und darunter gut rückverfestigt sein. Es gilt Verdichtungen zu vermeiden, da Raps sehr empfindlich auf Mängel in der Bodenstruktur reagiert. Je nach Saattechnik sollte die Saat danach gewalzt werden.
Eine gleichmäßige Saattiefe ist ebenfalls wichtig für ein gleichmäßiges Auflaufen. Je nach Bodenfeuchtigkeit kann es sinnvoller sein, etwas tiefer (max. 4 cm) zu säen, um das Saatgut in eine feuchte Schicht abzulegen, falls eine vorhanden ist. Wird das Saatgut im sehr trockenen Boden oberflächlich abgelegt und durch einen kleinen Regen zum Keimen angeregt, besteht das Risiko dass die Pflanzen im Anschluss verdorren.

Bei den verfügbaren Hybridsorten ist eine Saatdichte von 30 bis 45 Körnern/m2 angemessen. In zu dichten Beständen bildet der Raps weniger Seitentriebe und ist weniger widerstandsfähig gegen verschiedene Schädlinge. Wird mit einer Einzelkornsämaschine gesät, kann die Dichte bis auf 30 Körner/m2 reduziert werden, da die Auflaufrate höher ist (v.a. bei trockenen Bedingungen). In der Reihe dürfen nicht mehr als 15-20 Pflanzen pro Laufmeter gesät werden. Weil das TKG von Sorte zu Sorte und von Jahr zu Jahr stark variiert (manchmal um das Doppelte), muss die Saatgutmenge immer neu berechnet werden. Walzen vor oder nach der Saat reduziert die Hohlräume, was einerseits die Aktivität der Schnecken reduziert, und andererseits die Wirkung der Bodenherbizide verbessert. Böden die zur Verschlämmung neigen oder unter zu nassen Bedingungen nicht walzen.
Für HOLL-Raps muss ein Mindestabstand von 50 m zu konventionellem Raps eingehalten werden. Parzellen mit viel Durchwuchs von konventionellem Raps für HOLL-Anbau meiden. Ausfallraps in benachbarten Feldern der HOLL-Parzelle sollen ebenfalls bekämpft werden (Distanz: mind. bis 50 m).
Um den Druck von kleinen Erdfloharten in Neusaaten zu reduzieren, kann der Ausfallraps länger stehen gelassen werden. Die Zerstörung sollte jedoch erst erfolgen, wenn die neue Saat mindestens die ersten echten Blätter gebildet hat, um zu verhindern dass die Insekten vom Ausfallraps her im schlechtesten Moment in die neue Saat einfliegen.
Bei Hybridsorten wird vor dem Winter eine Bestandesdichte von 20-45 Pflanzen /m2 angestrebt. Das Ziel ist es, dass bei Vegetationsende mindestens das 8-Blattstadium (besser 10-Blatt) mit einem Wurzelhalsdurchmesser von 8 – 10 mm und einer mindestens 15 cm tiefen Wurzel erreicht wird.
