Pflanzenschutz-Bulletin

vom 11. September 2026

Hofdünger im Herbst

Ja

  • Bringen Sie Ihre Gülle früh im Jahr aus. Damit erreichen Sie die beste Effizienz. Nach dem ersten Schnitt oder zur Saat des Mais sollten alle Güllegruben leer sein. Güllemengen, die zu diesem Zeitpunkt nicht ausgebracht werden konnten, sind im in der Regel Herbst zu viel.
  • Bringen Sie Ihre Gülle bei guten Bedingungen über den Sommer auf Futterflächen aus
  • Bringen Sie Ihre über den Sommern anfallende Gülle im Ackerbau zur Saat von Raps, Kunstwiesen, Zwischenfutter oder Gründüngungen aus oder auf Flächen mit viel Ernterückständen (Getreide- oder Maisstroh)
  • Achten Sie auf die Wetter- und Bodenbedingungen. Wählen Sie bodenschonende Verfahren. Arbeiten Sie die Gülle oder den Mist bei Trockenheit oder Hitze zügig ein.
  • Grundsätzlich gilt, umso schneller die Gülle in den Boden gelangen kann, umso weniger Emissionen. Hier helfen kühle und feuchte Bedingungen, Verdünnung der Gülle oder Technik wie Schleppschar oder Gülledrill/-injektion. Ist das Gras schon etwas gewachsen, reduziert dies die Ammoniakemissionen.
  • Falls Hofdünger "entsorgt" werden muss, tun Sie dies auf bewachsenen Flächen wie Dauergrünland, Kunstwiesen und allenfalls Zwischenfutter oder Gründüngungen
  • Mist passt gut vor Raps oder Mais. Falls Sie den Mist nicht sinnvoll einsetzen können, kann eine Zusammenarbeit mit einer Biogasanlage zielführend sein.

Nein

  • Keine Gülle nach Kartoffeln oder Zuckerrüben, da bereits (sehr) viel Nitrat vorhanden ist
  • Keine Gülle nach Silomais, da in der Regel viel Nitrat vorhanden ist.
  • Wintergetreide nimmt vor dem Winter nur wenig Stickstoff auf. Der Boden sorgt mit der natürlichen Mineralisierung für ein genügendes Stickstoffangebot. Stickstoff aus Güllegaben geht über den Winter grösstenteils verloren.

Regelmässig "zu viel"

Wenn Sie regelmässig vor dem Winter Hofdünger "entsorgen" müssen, ist dies pflanzenbaulich und ökonomisch weder sinnvoll noch gewinnbringend. Zudem wird die Umwelt belastet (Nitrat).

Prüfen Sie:

  • Ob eine Abgabe von Hofdünger an Nachbarbetriebe, Ackerbaubetriebe oder Biogasanlagen über das Jahr zu gewinnbringenden Situationen führen kann.
  • Ob Ihre Infrastruktur, Arbeitsabläufe und Planungen effektiv sind.


Ausserdem

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