Pflanzenschutz-Bulletin

vom 20. August 2026

Feuerbrand 2026

Feuerbrand im Birnbaum, welke Blätter und intakte Fruchtmumien.

Erkennung und Biologie

Feuerbrand ist eine bakterielle Krankheit der Kernobstbäume (Apfel, Birne, Quitte) aber auch von verwandten Zier- und Wildpflanzen wie zum Beispiel dem Weissdorn.

Die Bakterien werden hauptsächlich während der Blüte durch Bestäuber von Baum zu Baum übertragen. Auch der Mensch kann die Krankheit durch mangelnde Hygiene beim Einsatz von Schneidwerkzeugen verbreiten.

Nach einer Infektion vermehren sich die wärmeliebenden Bakterien innerhalb der Pflanze und wandern Richtung Stamm. Bei starkem Befall verstopfen sie die Leitgefässe. Die Folge sind die typischen Symptome wie vertrocknete Triebe, abgestorbene Äste und mumifizierte Früchte. Besonders anfällige Arten wie die Quitte sowie empfindliche Apfel- und Birnensorten können innerhalb kurzer Zeit vollständig absterben.

Die Bakterien überwintern in der Rinde einer befallenen Wirtspflanzen in sogenannten Kankern. Von dort aus können sie im folgenden Jahr neue Infektionen verursachen.

Befallener Ast im Quittenbaum

Bekämpfung & Rechtsgrundlage

Hinweis auf die Rechtsgrundlage:

Gemäss dem allgemeinverbindlichen Beschluss (Amtsblatt vom 11. November 2022) hat der Kanton Freiburg im Einvernehmen mit dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) Gebiete abgegrenzt, die als "Gebiete mit geringer Prävalenz" bezeichnet werden und in denen das Auftreten des Feuerbrands gering gehalten werden muss (Bundesverordnung über die Pflanzengesundheit, SR 916.201, Art. 6 Abs. 1).
In diesen Gebieten mit geringer Prävalenz müssen die Eigentümer von Pflanzen, die für den Feuerbrand anfällig sind, folgende Massnahmen ergreifen (SR 916.201, Art. 6 Abs. 1):


  1. Das Auftreten des Feuerbrands kontrollieren;
  2. jeden Verdacht oder jede Feststellung von Feuerbrand dem kantonalen Pflanzenschutzdienst melden, und
  3. die befallenen Pflanzenteile so schnell wie möglich entfernen und auf geeignete Weise vernichten. Merkblatt Achtung wird Pflanzenmaterial verbrannt muss das in Absprache mit der Gemeinde geschehen

Auswirkungen auf Beiträge von BFF Elementen

Fällung eines Obstbaums: welche Auswirkungen kann dies auf die Biodiversitätsförderflächen (BFF) haben ?

Die Fällung eines Hochstamm-Feldobstbaums kann zu Beitragsverlusten führen (Qualitätsstufe I, Qualitätsstufe II, Vernetzungsbeiträge und/oder Landschaftsqualitätsbeiträge). Zudem kann die Erfüllung bestimmter BFF-Anforderungen beeinträchtigt werden, wodurch die Qualitätsstufe eines gesamten Obstgartens verloren gehen kann.

BFF Qualitätsstufe I (QI)

  • Werden auf einem Betrieb weniger als 20 Hochstamm-Feldobstbäume gehalten, können keine BFF-Beiträge mehr ausgerichtet werden.

BFF Qualitätsstufe II (QII)

  • Ein Obstgarten der Qualitätsstufe II umfasst mindestens 10 Bäume mit einem maximalen Abstand von 30 m zwischen den Bäumen.
  • Die Anzahl der Bäume bleibt ab der Anmeldung zur Qualitätsstufe II während der achtjährigen Verpflichtungsdauer mindestens konstant.

Empfehlungen :
Um Beitragsverluste zu vermeiden und die Anforderungen weiterhin zu erfüllen, wird empfohlen, gefällte Bäume möglichst rasch zu ersetzen.

Ausserdem

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