Pflanzenschutz-Bulletin

vom 30. Juni 2026

Nacherntekontrollen

Sklerotinia

Bei Sklerotiniabefall oder Rapskrebs ist der Stängel weiss. Wenn man ihn öffnet sieht man schwarze ovale Knöllchen (Sklerotien, 5-10 mm), ähnlich wie Rattenkot (siehe Titelbild). Erkennen könnte sich dieses Jahr als schwieriger erweisen, wenn man den Stängel nicht öffnet, da die Hitze dazu geführt hat, dass sich die Pflanzen weiss verfärbt haben. Speziell wenn viel Raps, Sonnenblumen oder Leguminosen in der Fruchtfolge vorkommen und in dicht gesäten, schlecht durchlüfteten Parzellen ist das Risiko hoch.

Bekämpfung: In befallen Schlägen haben sich Knäuel von Pilzgewebe (Sklerotien) gebildet. Diese fallen auf den Boden und können mehrere Jahre überleben. Sie können mit dem Pilz Coniothyrium minitans (2-8 kg/ha, z.B. Lalstop Contans WG) bekämpft werden. Da dieses Produkt einen Pilz enthält, der die Sklerotien parasitiert, muss es sofort nach dem Spritzen auf 5-10 cm Tiefe eingearbeitet werden (UV-empfindlich). Die Behandlung sollte vor der ersten Zerstörung von Ausfallraps stattfinden.

Kohlherniebefall.

Weitere Krankheiten

Phoma (Wurzelhals- und Stängelfäule) erkennt man an den grauen Stängeln mit zahlreichen schwarzen Punkten. Die aktuellen Sorten haben eine gute Toleranz, somit stellt der Pilz nur selten ein Problem dar.

Auf Parzellenteilen, die während der Saison aus unklaren Gründen nicht gut gewachsen sind empfiehlt es sich stichprobenweise auf Kohlhernie zu kontrollieren. Der Herbst war sehr nass und warm, was die Kohlhernie begünstigt hat. Wenn man die Pflanzen samt Wurzeln aus dem Boden zieht, ist die Krankheit recht klar an den Wucherungen erkennbar (siehe Foto). Oft ist diese aber schon vollkommen verrottet. Vor der Rapssaat in den Boden eingearbeiteter Branntkalk 200- 300kg/ha mit seiner bodenhygienischen Wirkung vermag Kohlhernie etwas zu reduzieren. Auf effektiv mit Kohlhernie befallenen Parzellen ist in der Schweiz die Sorte Cromat zugelassen, welche Kohlhernie-resistent ist.

Diese Beobachtungen sind generell wichtig für die Planung der nächsten Saison betreffend Fruchtfolge, Einarbeitung der Ernterückstände und Anbauverfahren der Kultur. Bei Auftreten der genannten Krankheiten kann eine Verlängerung der 3 Jahre Anbaupause nach ÖLN-Richtlinien auf 4-5 Jahre sinnvoll sein.

Bildung von Seitenwurzeln aufgrund von Strukturproblemen im Boden (Verdichtung).

Ausserdem

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