Pflanzenschutz-Bulletin

vom 30. Juni 2026

Cercospora

Es wurden erste Cercospora-Flecken gefunden. Hitzeperioden, welche mit Regen, Gewitter oder starkem Tau durchzogen sind, fördern den Pilz. Daher werden, regelmässige Kontrollgänge speziell auf Feldern mit hohem Risiko und bei anfälligen Sorten aktuell. Durch den hohen Befall im letzten Jahr, wird in diesem Jahr mit einem erhöhtem Risiko eines Befalls gerechnet. Bei guter agronomischer Praxis, kann die Verzögerung zum Befallsbeginn zwei Wochen betragen. Bei ersten Flecken sollte behandelt werden.

Bakteriellen Blattflecken auf den Zuckerrüben, welche mit Cercospora verwechselt werden können.

Symptome

Infektionen können bei Temperaturen zwischen 12 und 40°C ablaufen, Optimum bei 26°C. Wenn diese Temperaturen mit Luftfeuchtigkeiten über 90 % zusammentreffen, kann es zu Infektionen kommen. Nach einer Infektion dauert es ca. 10 Tage bis die ersten Flecken erscheinen, deshalb ist es wichtig den Anfang der Epidemie nicht zu verpassen.

Charakteristisch sind kleine (2-3 mm), runde, grau-braune Flecken mit rotbräunliche bis dunkelvioletter Umrandung.

Nicht alle hellen Flecken mit dunklem Rand sind Cercospora. Hier die Empfehlung der Rübenfachstelle, damit die Krankheit erkannt wird:

  • Cercospora-Flecken findet man zuerst auf den Blättern, danach auf dem Stängel.
  • Ein Cercospora-Fleck wird nicht löchrig und kann nicht zerrissen werden.
  • Im Zweifelsfall die Blätter während 1 bis 2 Tagen in einen Plastiksack legen mit einem feuchten Papier. Die Flecken dann mit einer Lupe betrachten. Cercospora weist ein weisses Pilzgeflecht und schwarze Punkte (Konidien) in der Mitte der Flecken auf.
Cercospora-Flecken: Bei Zweifel, das Blatt in einen Plastiksack legen und nach 1 bis 2 Tagen die schwarzen Punkte im Zentrum beobachten.

Bekämpfungsstrategie

Regelmässige Kontrollen mit Fokus auf Risikozonen sind angesagt: In der Nähe einer letztjährigen Rübenparzelle mit Befall, dort wo bei den letzten Rüben Herde auftraten, neben dem Rübenhaufen vom Vorjahr, neben Gewässern oder bewässerten Parzellen. Erst ab Erscheinen der ersten Flecken behandeln, frühere Behandlungen sind nicht gerechtfertigt. Auch Sorten mit guten Toleranzen sollten mit Fungiziden zusätzlich geschützt werden, um einen Resistenzdurchbruch zu verhindern. 

Aufgrund der sehr hohen Temperaturen sollten Fungizidspritzungen  in der Nacht oder früh am Morgen auf Tau (nicht tropfnass), mit mindestens 300 l Wasser/ha und mittlerer Tröpfchengrösse gemacht werden. So kann eine gute Verteilung der Brühe auf allen Blattetagen erreicht werden. Die Behandlung sollte spätestens nach 3 Wochen wiederholt werden.

Es wird empfohlen die Bekämpfung mit dem Produkt Propulse 1.2l/ha + 3l/ha Kupfer (idealerweise als Hydroxid) zu beginnen. Danach ist es wichtig dass Triazole bei jeder Anwendung abgewechselt werden (Aktivsubstanzen, nicht nur das Produkt z.b. Difenoconazole oder Prothioconazole). Für eine bessere Wirksamkeit wird die Beimischung von einem Produkt Kupferbasis empfohlen. Nach ca. 30 mm Regen ist Kupfer abgewaschen. 


Zur Info :

  • Das Produkt Propulse (1,2l/ha) von Bayer mit den Wirkstoffen Prothioconazol und Fluopyram ist für das Jahr 2026 per Notfallzulassung bewilligt.
  • Beim Anbau von Zuckerrüben nach IP-Richtlinien ist die Menge an reinem Kupfer als Blattdünger (Nur Kupfer welches als Blattdünger zugelassen ist verwenden!) auf 900 g/ha begrenzt.

Ausserdem

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