Pflanzenschutz-Bulletin

vom 30. Juni 2026

Vorerntekontrollen

Die Wirkung der Pflanzenschutzmassnahmen kann nun mit Hilfe der unbehandelten Spritzfenster beobachtet werden. Diese Beobachtungen können im Feldkalender als Hilfe für die Planung der nächsten Saison vermerkt werden. Ohne Spritzfenster ist es schwierig, Schlüsse für die kommenden Jahre zu ziehen. In Weizenbeständen beispielsweise kann man nun die Verunkrautung und geschädigte Ähren beobachten. Je nach Ursache können für das nächste Jahr verschiedene vorbeugende Bekämpfungsmassnahmen getroffen werden.

Ährenfusarien

Symptome: Ganze oder Teile der Ähre weiss und leer (Taubährigkeit); rosa-orange Färbung, eventuell schwarze Ränder an den Spelzen.

Bei Parzellen, welche während dem Regen in Blüte standen, kam es eventuell zu Ähreninfektionen. Die Produktion des Mycotoxins DON hängt von warmen und feuchten Wetterbedingungen bis zur Reife ab. Das Risiko ist speziell hoch bei pfluglosem Anbau mit Mais als Vorfrucht und bei anfälligen Sorten (anfällig: Axen, Cadlimo, Nara, Bonavau, Forel, Hanswin, Alpval). Falls keine Symptome vorhanden sind, bedeutet das nicht zwingend, dass kein Pilzgift DON vorhanden ist. Stark befallene Posten sollten den Annahmestellen gemeldet werden.

Ähren mit Fusarienbefall.

Halmbruch

Symptome: Ganze Ähre weiss, zufällige Verteilung im Feld, ovaler Fleck an der Halmbasis mit schwarzen Punkten auf der Blattscheide.

Der Pilz überwintert auf Stoppeln und Ausfallgetreide, daher sind Anbaupausen wichtig. Eine oberflächliche Einarbeitung fördert die Verrottung der Stoppeln mehr als eine Pflugfurche und wird deshalb zur vorbeugenden Bekämpfung empfohlen.

Mit Halmbruch befallene Pflanzen.

Schwarzbeinigkeit

Symptome: Ganze Pflanze und Bestockungstriebe weiss, nesterweise Verteilung im Feld, schwarze Wurzelbasis und kleine Wurzeln, Pflanzen lassen sich sehr leicht ausreissen.

Die Krankheit entwickelt sich vorwiegend bei Weizen auf leichten Böden mit einem anderen Getreide als Vorfrucht. Auf einer Weizenparzelle mit zahlreichen Symptomen, Getreide in folgenden 2 bis 3 Jahren meiden.

Beurteilung der Verunkrautung

Die Beurteilung der Verunkrautung ermöglicht eine Aussage über die Wirksamkeit der Unkrautbekämpfung.
Sind nach dem Einsatz von Sulfonylharnstoffen (Concert SX, Othello, Archipel, Sprinter, etc.) oder Spezialmitteln gegen Gräser im Getreide (z.B. Puma extra oder Avero etc.) viele Gräser vorhanden (Windhalm, Ackerfuchsschwanz oder Raygras) könnte die Ursache des Problems Wirkstoff-Resistenzen sein.

Bei Verdachtsfällen auf Resistenzen können Sie mit uns Kontakt aufnehmen, sodass durch Agroscope eine mögliche Resistenz untersucht werden kann.

Notieren Sie sich während den Vorerntekontrollen auch das Vorkommen von ausdauernden Problemunkräuter (Quecke, Ackerkratzdisteln, Ackerwinden und Blacken), um deren Bekämpfung nach dem Dreschen zu planen.

Wahrscheinlich resistenter Windhalm.

Ausserdem

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