Pflanzenschutz-Bulletin

vom 10. Juni 2026

Cercospora

Bisher wurden in der Schweiz noch keine Cercospora-Flecken gefunden. Nicht zu verwechseln mit bakteriellen Blattflecken (Pseudomonas), welche aber keinen Schaden verursachen. Ausserdem können diese Bakterien nicht bekämpft werden.

Hitzeperioden, welche mit Regen, Gewitter oder starkem Tau durchzogen sind, fördern den Pilz. Daher werden, regelmässige Kontrollgänge vor allem auf Feldern mit hohem Risiko und bei anfälligen Sorten bald erforderlich. Bei guter agronomischer Praxis, kann die Verzögerung zum Befallsbeginn zwei Wochen betragen.

Die bakteriellen Blattflecken auf den Zuckerrüben, welche mit Cercospora verwechselt werden können.

Symptome

Infektionen können bei Temperaturen zwischen 12 und 40°C ablaufen, Optimum bei 26°C. Wenn diese Temperaturen mit einer Luftfeuchtigkeit über 90 % zusammentreffen, kann es zu Infektionen kommen. Nach einer Infektion dauert es ca. 10 Tage bis die ersten Flecken erscheinen, weshalb es wichtig ist den Anfang der Epidemie nicht zu verpassen.

Charakteristisch sind kleine (2-3 mm), runde, grau-braune Flecken mit rotbräunlicher bis dunkelvioletter Umrandung.

Nicht alle hellen Flecken mit dunklem Rand sind Cercospora. Hier die Empfehlung der Rübenfachstelle, damit die Krankheit erkannt wird:

  • Cercospora-Flecken findet man zuerst auf den Blättern, danach auf dem Stängel.
  • Ein Cercospora-Fleck wird nicht löchrig und kann nicht zerrissen werden.
  • Im Zweifelsfall die Blätter während 1 bis 2 Tagen in einen Plastiksack legen und die Flecken dann mit einer Lupe betrachten. Cercospora weist ein weisses Pilzgeflecht und schwarze Punkte (Konidien) in der Mitte der Flecken auf.
Die typischen Cercospora-Flecken mit dunkler Umrandung.

Bekämpfungsstrategie

Regelmässige Kontrollen mit Fokus auf Risikozonen sind angesagt: In der Nähe einer letztjährigen Rübenparzelle mit Befall, dort wo bei den letzten Rüben Herde auftraten, neben dem Rübenhaufen vom Vorjahr und neben Gewässern. Erst ab Erscheinen der ersten Flecken behandeln, frühere Behandlungen sind nicht gerechtfertigt. Auch resistente Sorten (CR+) sollten mit Fungiziden zusätzlich geschützt werden, um einen Resistenzdurchbruch zu verhindern. 

Fungizidspritzungen sollen auf Tau (nicht tropfnass), mit mindestens 300 l Wasser/ha und mittlerer Tröpfchengrösse gemacht werden. So kann eine gute Verteilung der Brühe auf allen Blattetagen erreicht werden. Die Behandlung sollte spätestens nach 3 Wochen wiederholt werden.

Wichtig: Triazole müssen bei jeder Anwendung abgewechselt werden (Aktivsubstanzen, nicht nur das Produkt). Für eine bessere Wirksamkeit ist es möglich zu einem Standard-Fungizid ein Produkt auf Kupferbasis hinzuzufügen. Nach ca. 30 mm Regen ist Kupfer abgewaschen. Zusätzlich zum Kupfer werden die besten Substanzen der Triazole genutzt: Difenoconazol oder Prothioconazol (z.B. Spyrale oder Proline).

Zur Info :

  • Das Produkt Propulse (1,2l/ha) von Bayer mit den Wirkstoffen Prothioconazol und Fluopyram ist für das Jahr 2026 per Notfallzulassung bewilligt.
  • Beim Anbau von Zuckerrüben nach IP-Richtlinien ist die Menge an reinem Kupfer als Blattdünger (Nur Kupfer welches als Blattdünger zugelassen ist verwenden!) auf 900 g/ha begrenzt.

Ausserdem

An error has occurred. This application may no longer respond until reloaded.Reload 🗙