Pflanzenschutz-Bulletin

vom 10. Juni 2026

Krautfäule

Kartoffeln sind in allen Stadien anfällig auf Krautfäule. Seit letzter Woche sind die Wetterbedingungen förderlich für eine Infektion. Gemäss der Vorhersage von PhytoPRE wird das Befallsrisiko in den nächsten Tagen sinken.

Überprüfen Sie die Blattunterseite auf hellgrüne, ölige Flecken mit einer weissen Umrandung.

Bestände weiterhin kontrollieren und bei einem Befall eine Meldung machen an den Pflanzenschutzdienst oder direkt an PhytoPRE (Agroscope, T. Musa, 058/468 72 39 oder www.phytopre.ch).

Das Infektionsrisiko für die nächsten drei Tage laut dem Modell PhytoPRE.

Perioden mit hohem Infektionsrisiko werden anhand folgender Kriterien definiert: mehr als 6 Stunden relative Luftfeuchtigkeit >90 % und eine Durchschnittstemperatur von mindestens 10 °C. Die Prognosen stützen sich auf Daten von MeteoSchweiz.

Bekämpfungsstrategien

Allgemein ist es wichtig, den Fungizidschutz aufrecht zu erhalten. Dabei sollte man die Resistenzgruppen abwechseln. Es ist immer besser, wenn der Schutz vorbeugend und nicht kurativ appliziert wird.

Wenn der Bestand am Morgen taunass ist, oder bewässert wird, sollte man die Spritzabstände kürzer halten als wenn der Bestand trocken ist. Bei einem teilsystemischen oder systemischen Produkt sollte die Behandlung nach 7-10 Tagen wiederholt werden.

Bei einem Kontaktfungizid muss der Schutz nach der Bildung von neuen Blättern oder nach Niederschlägen erneuert werden. Gemäss Firmenangaben gelten folgenden Werte zur Erneuerung nach Niederschlägen: Kupfer nach 20 mm, Metiram & Fluazinam nach 30 mm, Amisulbrom und Cyazofamid nach 50 mm.

Produkte mit Cymoxanil für Fälle aufsparen, in welchen 1-2 Tage alte Infektionen gestoppt werden müssen oder wo das Spritzintervall während hohem Infektionsrisiko nicht eingehalten werden konnte. Diese Aktivsubstanz baut sich aber schon nach 3 bis 4 Tagen ab und bieten danach keinen Schutz mehr. Übrig bleibt allein der jeweilige Mischpartner.

Speziell wenn ein Befall in der Nähe ist, kann man das teilsystemische Fungizid mit einer normalen Dosis eines Kontaktmittels mit sporenabtötender Wirkung mischen (0,4 l/ha Mapro, Ibiza SC, Tisca oder Zignal oder 0,5 l/ha Ranman Top oder Leimay).

Besonders wichtig sind Kontrollen und Behandlungen bei anfälligen Sorten.

  • Anfällige bis sehr anfällige Sorten: Agata, Colomba, Lady Cristl, Annabelle, Ballerina, Charlotte, Erika, Gwenne, Jazzy, Queen Anne, Sunshine, Venezia, concordia, Laura, Fontane, Austin, Favola, Lady Rosetta, Thalessa, Baby Lou, Belana, Bintje, Blaue St. Galler, Marabel, Ratte, Sunita, Lugano
  • Mittel bis hoch anfällig: Amandine, Celtiane, Ditta, Maldive, Belmonda, Desirée, Victoria, Agria, Amora, Francis, Lady Claire, Pirol, SHC 1010, Sorentina, Challenger, Cheyenne, Jule, Babylon, Donata

Bekämpfungsstrategien

Vorgehen bei Befall im eigenen Feld:

- Zone mit stark befallenen Pflanzen vernichten, um die Verbreitung der Sporen zu reduzieren.

- zwei Behandlungen innerhalb von 4-5 Tagen mit einem teilsystemischen Fungizid gemischt mit einem Kontaktfungizid mit sporenabtötender Wirkung (Ranman Top, Mapro oder Zignal, etc.) tätigen.

Bei Niederschlägen wegen dem starken Wachstum kurze Intervalle beachten.

Cymoxanil (Einzelanwendung) wird schnell abgebaut (3 Tage) und eignet sich deshalb für Stoppspritzungen. Ohne Kombination mit einer anderen Wirksubstanz ist der Schutz ungenügend.

Spätestens wenn sich die Pflanzen innerhalb der Reihe berühren, sollte das erste Fungizid appliziert werden.

Ausserdem

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