Pflanzenschutz-Bulletin

vom 13. Mai 2026

Blattläuse

Die Überwachung der grünen Pfirsichblattlaus (Überträgerin der Virösen Vergilbung) und der schwarzen Rübenblattlaus (Verteilung von virosen innerhalb der Parzelle) wird im Rahmen des Überwachungsnetzes der kantonalen Pflanzenschutzfachstellen und der Schweizerischen Zuckerrübenfachstelle koordiniert.


Grüne Pfirsichblattlaus

Die ersten grünen Pfirsichblattläuse wurden in frühen Regionen entdeckt.

Die letzten Kontrollen ergaben nur eine Überschreitung der Schadschwele in der Broye. Der Flug scheint im Moment moderat zu sein.

Die aktuellen Wetterbedingungen fördern den Flug der Blattläuse nicht. Das positive daran ist, dass sich die Rüben weiterhin entwickeln können und ab dem 12 Blatt Stadium natürlicherweise robuster gegenüber der Krankheit werden.

Bekämpfung

Für die Behandlung sind Produkte mit den Wirkstoffen Spirotretamat, Flonicamid und Acetamiprid (Sonderbewilligung!) bewilligt. Bei allen drei Mitteln ist jeweils 1 Behandlung pro Kultur erlaubt.

Die Bekämpfung soll mit dem Wirkstoff Spirotretamat (Movento SC 0,45 l/ha) oder Flonicamid (Teppeki 0,14 kg/ha) gestartet werden. Bei Bedarf kann nach 10-12 Tagen eine weitere Applikation durchgeführt werden (je nach Stadium der Zuckerrüben).

Acetamiprid (z.B. Gazelle SG, 200 g/ha) hat eine gewisse Wirkung auf den Rübenrüssler, der erst später einfliegt. Deshalb wird der Wirkstoff für die letzte Behandlung eingesetzt (Das Erscheinen des Rübenrüsslers wird ebenfalls durch das Überwachungsnetz kommuniziert). Für den Einsatz von Acetamiprid, muss eine Sonderbewilligung angefordert werden.

Die Behandlungen gegen die grüne Pfirsichblattlaus wirken zusätzlich auch gegen die schwarze Rübenlaus.

Bemerkungen:

  • Teppeki ist für Bienen giftig: es sollte nur ausserhalb des Bienenflugs, d. h. abends oder nachts eingesetzt werden.
  • Insektizide sind grundsätzlich mit Herbiziden mischbar, es besteht jedoch die Gefahr der Phytotoxizität, wenn zu viele Mischungspartner vorhanden sind. Movento SC muss mit Öl ausgebracht werden, was zu Schäden führen kann.
  • Programm «Verzicht auf Pflanzenschutzmittel» (Extenso) und IP-Suisse-Regeln: Der Einsatz von Insektiziden und Fungiziden ist in beiden Fällen verboten.

Schwarze Rübenblattlaus

Momentan werden stellenweise schwarze Blattläuse beobachtet.

Im Moment schaden die Läuse durch das Aussaugen der Pflanzen, was zu einer Wachstumsblockade oder zum Austrocknen der Pflanzen führen kann. Bei gut entwickelte Rüben gibt es normalerweise keine starken Schäden.

Die Bekämpfungsschwelle bei der schwarzen Rübenblattlaus wird erreicht, wenn im 6-Blatt-Stadium 80 % der Pflanzen schwarze Blattläuse aufweisen.

Das Produkt Pirimor ist ein Aphizid gegen die schwarzen Blattläuse. Gegen die grüne Pfirischblattlaus hat das Mittel keine oder nur eine geringe Wirkung.

Je nach Befall kann es sinnvoll sein, noch abzuwarten, bevor Massnahmen ergriffen werden, um den Nützlingen genügend Zeit zu lassen sich zu verbreiten und die Blattläuse auf natürliche Weise zu regulieren.

Schwarze Rübenblattläuse können auf der Blattunterseite der Rüben beobachtet werden.

Nützlinge gegen Blattläuse

Verschiedene Nützlinge ernähren sich von Blattläusen. Unter anderem Marienkäfer. Im Moment kann man in den Parzellen viele Marienkäfer beobachten. Den Nützlingen sollte genügend Zeit gelassen werden, um die Läuse zu fressen. Eine zu frühe Insektizidbehandlung schädigt auch die Nützlinge und verhindert damit eine natürliche Bestandesregulierung. Das Aphizid Pirimor jedoch, welches lediglich die schwarzen Blattläuse bekämpft, schont die Nützlinge.

Marienkäfer ernähren sich von Blattläusen und reduzieren den Druck auf natürliche Weise.

Ausserdem

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