
Für das Jahr 2026 wurde eine Notfallzulassung für die Behandlung gegen den Rübenrüssler mit Acetamiprid (z.B. Gazelle oder Oryx) erteilt. Die Aufwandmenge beträgt 200g/ha. Die Behandlung darf auf Anweisung der Kantone und mit Sonderbewilligung (GELAN) durchgeführt werden. In Futterrüben ist weiterhin keine Behandlung möglich.
Wichtig ist, dass für die Behandlung der richtige Zeitpunkt gewählt wird. Sie ist wirksam, sobald die Rüssler eingeflogen sind und erst gerade mit der Eiablage begonnen haben. Um diesen Zeitpunkt zu definieren, werden Gelbschalen in den Feldern aufgestellt, womit der Einflug überwacht wird. Die Gelbschalen werden auf die Bodenoberfläche gestellt und mit Wasser und etwas Seife gefüllt.
Es ist nur eine Behandlung pro Jahr und Kultur mit Acetamiprid möglich, egal welcher Schädling! Falls es schon für eine Bekämpfung gegen Blattläuse verwendet wurde, darf es nicht noch einmal gegen den Rübenrüssler verwendet werden.
Die Sonderbewilligung wird bewilligt , sobald Rübenrüssler in der Gelbschale oder die ersten Einstiche an den Blattstielen zu beobachten sind. Bei einer zu spät angesetzten Behandlung kam es schon zur Eiablage und die Wirkung wird extrem reduziert, da Acetamiprid eine gute Wirkung gegen die adulten Käfer, aber nur eine sehr geringe Wirkung gegen die Larven hat.
Um die Wirksamkeit der Behandlung beurteilen zu können, ist es wichtig ein grosses Spritzfenster anzulegen.
Ab Mai fliegen die adulten Rüsslerkäfer in die Rübenfelder ein, wo sie sich paaren und anschliessend das Weibchen seine Eier in die Blattstängel der Rüben ablegt. 3-15 Tage nach der Eiablage schlüpfen die Larven, welche sich durch die Blattstiele bis teilweise in den Rübenkopf fressen. Nach etwa 50 Tagen Entwicklung (im Juli), schlüpfen die ersten Adulten. Ab August fliegen die Rüssler aus den Feldern hinaus in ihr Winterquartier.

Der Larvenfrass in den Blattstängeln und bis in den Rübenkopf kann wirtschaftliche Schäden verursachen. Durch das Fressen im Stängel und Rübenkopf können Schäden von 5-7 % Ertragsausfall erreicht werden. Der Hauptschaden von bis zu über 50 % Ertragsausfall geschieht erst dann, wenn sich in den Frassgängen im Rübenkopf Pilze und Bakterien ansiedeln und dadurch eine Fäulnis entsteht. Dieses Phänomen wurde bisher selten beobachtet.
