Pflanzenschutz-Bulletin

vom 17. April 2026

Krankheiten

Das Getreide ist im Moment in einem guten Zustand. Krankheiten sind auf den untersten Blättern zu finden. Die anstehende trockene Periode in Kombination mit dem Schossen des Getreides wird die Verbreitung verlangsamen.

Zur Risikoabschätzung von Blattkrankheiten beginnt man ab dem 1-Knoten-Stadium (DC 31) mit Kontrollen. Zwischen dem 2-Knoten-Stadium (DC 32) und dem Erscheinen des Fahnenblattes entstehen die Hauptschäden bei den meisten Blattkrankheiten. Der echte Mehltau hingegen kann bereits vor dem 2-Knoten-Stadium kritisch werden.

Wintergerste

Auf Gerstenparzellen können aktuell lokal Netzflecken und seltener auch Spitzflecken  (Helminthosporium und Rhynchosporium) beobachtet werden.

Helminthosporiose und Rynchosporiose werden zusammengefasst als Blattflecken gezählt. Dabei werden die drei obersten voll entwickelten Blätter auf 40 Haupttrieben erhoben. Die Bekämpfungsschwelle liegt bei 15 bis 25% befallenen Blättern.

Auch beim Mehltau werden die drei obersten Blätter von 40 Haupttrieben erhoben. Die Bekämpfungsschwelle liegt bei 25 bis 50% befallenen Blättern.

Charakteristisch für die Gerste ist ein starkes Pflanzenwachstum, aber auch eine rasche Entwicklung der Blattkrankheiten. In diesem Zusammenhang kann es schwierig sein eine Entscheidung zu treffen. Falls der Druck tief bleibt, genügt eine einmalige Fungizid-Behandlung in den Stadien Fahnenblatt voll entwickelt bis Anfang Ährenschwellen (DC 39-41). Bei dieser Strategie gilt es also noch zuzuwarten.

Für einen ausreichenden Schutz auch gegen Sprenkelnekrosen ein Fungizid mit Prothioconazol wählen (weitere Details: PSM im Feldbau 2025, S. 14).

Bei jeder Behandlung ein grosszügiges Kontrollfenster stehen lassen.

Netzflecken (Helminthosporium)
Spitzflecken (Rhynchosporium)
Mehltau

Winterweizen

Der Weizen ist im Moment in einem guten Zustand und zeigt bisher nur auf den untersten Blättern Septoria. Im Moment steht der erste Kontrollgang im Stadium DC 31-32 (1 bis 2 Knoten) an, um den Bestand auf Halmbruch, Mehltau und Gelbrost zu überprüfen.

Durch Kontrollen der Halme oder der drei obersten Blättern auf 40 Haupttrieben wird überprüft, ob die Bekämpfungsschwellen erreicht sind. Folgende Bekämpfungsschwellen sind definiert:

  • Halmbruch (DC 30-32): 6-8 Halme befallen (15-20 %)
  • Mehltau (DC 31-61): 30-60 Blätter befallen (25-50 %)
  • Gelbrost (DC 31-61): 3-5 Blätter (3-5 %) oder ab dem ersten Befallsherd

Wird eine Behandlung während dem Schossen notwendig, z.B. gegen Halmbruch, jetzt noch keine Produkte mit Aktivsubstanzen der Gruppe SDHI (Aviator Xpro, Adexar Top, Elatus Era, Pandorra, …, Resistenzgruppen 3 und 7) benutzen. Diese Produkte stattdessen für die Anwendung im Fahnenblatt einplanen (max. 1 Anwendung pro Parzelle und Jahr) (weitere Details: PSM im Feldbau 2025, S. 18-19).

Später bei der Fahnenblattentfaltung (DC 37-45) werden zusätzlich auch Braunrost, Septoria und Blattflecken (Rhynchosporium) kontrolliert.

Die Bekämpfungsschwellen lauten wie folgt:

  • Braunrost (DC 37-61): 1-5 Blätter befallen bei anfälligen Sorten (1-4 %), 10 befallene Blätter bei wenig anfälligen Sorten (10 %)
  • Septoria und Blattflecken (Rhynchosporium) zusammengezählt (DC 37-51): 20 Blätter befallen (20 %) (hier auf 100 Haupttrieben das viertoberste Blatt auszählen)

Zum Ährenschieben (DC 51-61) wird ein letzter Kontrollgang empfohlen bei dem wiederum alle Krankheiten überwacht werden sollten.

Septoria triticii
Braunrost
Gelbrost

Ausserdem

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