
Der erste Split bei Klassik-Rüben wird bereits beim Erscheinen der ersten Unkräuter, unabhängig des Stadiums der Zuckerrüben, appliziert. Dafür wird eine Mischung von 2-3 verschiedenen Aktivsubstanzen empfohlen, dazu gehört standardmässig das lange wirkende Bodenherbizid Metamitron mit 1–1.5 kg Aktivsubstanz pro Hektare (Achtung, max. 4 kg/ha/Jahr). Nach Regen oder einem Frost sollte der Pflanze Zeit gelassen werden, um wieder eine Wachsschicht zu bilden und sich etwas zu erholen, bevor wieder ein Herbizid appliziert wird.
Bodenherbizide wirken primär keimhemmend und sind stark abhängig von der Bodenfeuchte. Nach 3 Wochen bleibt je nach Witterung und Wirkstoff noch eine Restwirkung von 50–80 %. 50 % gelten für Metamitron und viel Sonnenschein. 70–80 % gelten für Ethofumesat, Lenacil und Dimethenamid bei trockener Witterung.
Für Kontaktmittel ist die Grösse des Unkrauts entscheidend für die Dosierung.
Achtung:
Die Datenblätter Ackerbau 3.3.3-6 und auch die BetaSwiss-App beinhalten alle wichtigen Details bezüglich der Unkrautbekämpfung und den zur Verfügung stehenden Herbiziden. Mehrere Mittel haben Einschränkungen bezüglich der Anwendung nahe von Oberflächengewässern aber auch um das Grundwasser zu schützen; z.B. die Wirkstoffe Quinmerac (z.B. Tanaris oder Solanis) und Lenacil (z.B. Venzar 500 SC oder Spark) sind in S2-Zonen verboten. Für Lenacil muss ein Abstand von 20 m zu Oberflächengewässern eingehalten werden und zudem wird 1 Punkt für die Abschwemmungsauflage benötigt. Convisio One à tot. 1 l/ha benötigt 2 Punkte bezüglich Abschwemmung.
Zur Erinnerung: Bei IP-Suisse sind Herbizide Lenacil (z.B. Venzar 500 SC, Spark) verboten.