
Der Stängelrüssler fliegen ab Temperaturen zwischen 9 und 11°C und einer Bodentemperatur von 5°C. Mit den aktuell hohen Temperaturen hat der Einflug begonnen.
Die Gelbschalen (oder Klebefallen) sind ein Hilfsmittel, um den Einflug der Stängelrüssler zu überwachen, nicht aber um zu entscheiden, wann eine Behandlung gemacht wird.
Findet man in der Gelbschale Stängelrüssler, kann man davon ausgehen, dass der Einflug begonnen hat. Nach dem Einflug machen die Stängelrüssler im Feld einen Reifungsfrass von 7-10 Tagen, bevor sie mit den Einstichen zur Eiablage beginnen. Angesichts der derzeit hohen Temperaturen könnte es etwas schneller gehen.
Nach dem Einflug sind regelmässige Kontrollen in der Parzelle nötig, um festzustellen, ob es schon zu den ersten Eiablagen kam. Je nach Region und Stadium des Rapses kann anhand der Einstiche der Bedarf einer Behandlung gemäss Bekämpfungsschwellen abgeschätzt werden. Eine Behandlung gegen den Rapsstängelrüssler ist sonderbewilligungspflichtig (auf GELAN).

Detailliertes Vorgehen zum Aufstellen der Fallen (siehe Datenblätter Ackerbau 6.5.5):

Bei der wöchentlichen Kontrolle der Gelbfalle den Rapsstängelrüssler nicht mit dem gefleckten Kohltriebrüssler (nicht schädlich) verwechseln. Der Stängelrüssler ist grösser und gut an den schwarzen Füssen erkennbar (Kohltriebrüssler hat rötlich-braune Füsse).
An trockenen Insekten ist dieser Unterschied meistens gut erkennbar. Orientiert man sich beim Auszählen der Fallen an der Grösse, so kann der Anteil Kohltriebrüssler schnell und sicher bestimmt werden.

Einstiche suchen: Die Haupttriebe vom Raps auf Einstiche kontrollieren. Dafür 10 x 5 Pflanzen, verteilt über die ganze Parzelle kontrollieren. Die Einstiche sind an kleinen Löchern mit weisser Umrandung zu erkennen.

Je nach Region und Entwicklungsstadium vom Raps sind folgende Bekämpfungsschwellen definiert:
Die Bekämpfung sollte nicht zu früh, d.h. nicht bevor die ersten Einstiche sichtbar sind, erfolgen. Es ist wichtig den Stängelrüssler vor der Eiablage in die Stängel zu bekämpfen, da die Eiablage zu den Verformungen und dem Platzen des Stängels führen kann. Im Falle einer Behandlung sollte ein genügend grosses Spritzfenster angelegt werden (halber bis ganzer Spritzbalken auf einer Länge von 10 m).
In der Broschüre „Pflanzenschutzmittel im Feldbau“ finden Sie detaillierte Informationen zu den verfügbaren Insektiziden.
Sind nur Stängelrüssler vorhanden (noch keine Glanzkäfer) können Pyrethroide A verwendet werden: Cypermethrin, Deltamethrin (z.B. Aligator, Deltastar, Decis Protech) oder Iamda-Cyhalothrin (z.B. Karate Zeon, Techno 10 CS, TAK 50 EG). Diese Produkte sind auch bei tiefen Temperaturen wirksam.
Erfolgt die Stängelrüsslerbekämpfung zu einem späteren Zeitpunkt und es fliegen Stängelrüssler und bereits Glanzkäfer, dann keine Pyrethroide A mehr einsetzen, sondern Etofenprox (Blocker) verwenden.
Das Ansäuern der Spritzbrühe auf einen pH von 5-6 vor der Zugabe der Insektizide (z.B. mit Checkpoint) verbessert die Wirkung. Zusätzlich sollte ein Netzmittel beigefügt werden. Bei Karate Zeon empfiehlt sich das Ansäuern der Brühe nur wenn Bor beigefügt wird. Letzteres kann den pH der Brühe stark anheben.
Der Abstand zu Oberflächengewässern (Bachläufe, Weiher etc.) beträgt 100 m für alle Pyrethroide, ausser für Lambda-Cyhalothrin (z.B. Karate Zeon, TAK 50 EG, Ravane 50 oder Techno) gilt 20 m. Der Einsatz von Antidriftdüsen beispielsweise, ermöglichen eine Reduktion dieser Abstände (siehe PSM im Feldbau). Diese Produkte sind für Wasserlebewesen und Bienen gefährlich; unbedingt ausserhalb des Bienenflugs spritzen!