
Stadium der Kulturen:
Gerste: Mitte bis Ende Bestockung (DC 25 bis DC 29)
Weizen: 1-Blatt-Stadium bis Anfang Bestockung (DC 11-21)
Die Parzellen, die spät gesät wurden, sind relativ sauber. Bei Oktobersaaten hingegen sind die Unkräuter weiter fortgeschritten und ihre Bekämpfung wird schwieriger, vor allem wenn die nassen Böden einen Eingriff verzögern.
Sobald die Kultur das 3-Blatt-Stadium erreicht hat, kann mit einem mechanischen Unkrautbekämpfungsgerät gearbeitet werden, vorausgesetzt, der Boden ist ausreichend abgetrocknet. Je jünger das Unkraut, desto höher die Wirksamkeit des Durchgangs. Besonders bei einer schwach entwickelten Kultur muss das Gerät sehr genau eingestellt werden (Druck, Tiefe, Geschwindigkeit).

In einigen Parzellen kann durch einen ersten Durchgang mit der Rollhacke die Kruste an der Bodenoberfläche aufgebrochen und Luft eingebracht werden. Dieser Durchgang verbessert auch die Effizienz der nachfolgenden Striegelbearbeitung.
Die Oktobersaaten, in welchen im Herbst keine Unkrautbekämpfung durchgeführt werden konnten, weisen bereits entwickelte Unkräuter auf. Die chemische Unkrautbekämpfung sollte so bald wie möglich erfolgen, vorausgesetzt dass sich die Bestände vom Winter erholt haben.
Für die Anwendung von Blattherbiziden (Sulfonylharnstoffe oder spezifische Gräsermittel) ist es notwendig, dass das Wachstum der Kulturen wieder begonnen hat. Die Anwendung sollte vermieden werden, solange Froste auftreten (-3 °C) oder wenn die Tag-Nacht-Temperaturunterschiede grösser als 15 °C sind. Die aktuellen milderen Temperaturen sind günstig für die Anwendung von Sulfonylharnstoffen und spezielle Gräsermittel (Z.b. Avoxa, Avero ...). Diese Benötigen mindestens eine Durchschnittstemperatur von 5°C. Für eine gute Wirksamkeit muss die relative Luftfeuchtigkeit über 70 % liegen.

In Parzellen mit starkem Druck von Straussgras und einjährigem Rispengras sind Produkte auf der Basis von Metribuzin in Mischung mit Flufenacet und Diflufenican wirksam, vorausgesetzt die Unkräuter sind nur wenig entwickelt.
Achtung: Aufbrauchsfrist Metribuzin 1.07.2026, Flufenacet 1.01.2027.
Auf Parzellen mit Gäsern, die gegen Sulfonylharnstoffe resistenten sind, wird kann die Unkrautbekämpfung mit einem spezifischen Herbizid der Resistenzgruppe 1 durchgeführt werden, (Z.b. Avero). Gewisse Gräser sind aber gegenüber Sulfonylharnstoffen UND Resistenzgruppe 1 resistent. Alternativ kann eine frühe Anwendung von Metribuzin auf keimende oder schwach entwickelte Gräser zielführend sein.
Bei Fruchtfolgen mit häufigen Sulfonylharnstoffanwendungen kann es sinnvoll sein, das Getreide im Herbst, wenn die Bedingungen es erlauben, mit Bodenherbiziden zu behandeln.
Durch die schwache Bodenbedeckung birgt diese Strategie jedoch ein höheres Risiko der Wasserverschmutzung durch Abschwemmung bei Herbst- und Winterniederschlägen. Daher müssen alle notwendigen Präventivmassnahmen ergriffen werden.