Pflanzenschutz-Bulletin

vom 26. Februar 2026

Chemische Unkrautbekämpfung

Vorauflauf: Im Vorauflauf ist das Risiko für Phytotoxizität erhöht, vor allem bei einem grobscholligen Saatbeet mit darauffolgenden starken Niederschlägen; deshalb auf eine regelmässige Saattiefe und gute Bedeckung des Saatguts achten!

Achtung: Bei IP-Suisse Getreide ist keine Vorauflaufbehandlung erlaubt. Bei der Geschäftsstelle von IP- Suisse kann allerdings eine Ausnahmebewilligung beantragt werden.

Nachauflauf: Bei pfluglosen Verfahren oder bei grobscholligem Saatbeet ist ein Herbizid im frühen Nachauflauf dem Vorauflauf vorzuziehen. Keine Behandlung tätigen, wenn in den zwei darauffolgenden Nächten Frost gemeldet wird.

Herbstbehandlungen werden bei frühen Saaten, in Parzellen mit hohem Gräserdruck oder resistenten Gräsern empfohlen und/oder wo die Bedingungen für eine Behandlung im Frühjahr schwierig sind.

Für eine gute Wirkung der Herbizide im Herbst ist es entscheidend im richtigen Moment zu spritzen. Die verschiedenen Aktivsubstanzen verhalten sich unterschiedlich:

Prosulfocarb und Pendimethalin: Kontaktwirkung nur auf kleine Wurzeln. Daher werden nur keimende Samen erfasst. Diese Aktivsubstanzen müssen sehr früh angewendet werden, am besten vor dem Auflaufen der Unkräuter. Getreide, das gerade am Auflaufen ist, darf damit behandelt werden aber nur wenn das Saatgut gut zugedeckt ist, um somit Phytotoxizität zu vermeiden.

Flufenacet und Chlortoluron: Diese Substanzen verlagern sich ein wenig in jungen Pflanzen, sie sind aber nicht blattaktiv. Die Wirksamkeit auf weiter entwickeltem Unkraut ist deutlich vermindert (Der Fall bei Anwendung nach 2-Blatt-Stadium des Getreides).

Diflufenican: Diese Substanz, die speziell gegen Zweikeimblättrige wirkt, hat auch eine Blattwirkung und zeigt eine genügende Wirkung auf weiter entwickeltes Unkraut (falls Anwendung nach 2-Blatt Stadium des Getreides). Bei der Anwendung auf gerade auflaufende Getreidebestände kann das Wachstum gehemmt werden.

Die Anwendung von Blattherbiziden im Herbst (z.b. Axial One ...) gilt es zu vermeiden. Da die betroffenen Resistenzgruppen (1 und 2) auch in den meisten Frühjahr-Herbizidanwendungen vorkommen und in anderen Kulturen verwendet werden, fördert der vermehrte Einsatz dieser Produkte im Herbst die Bildung von Resistenzen.

Umgang mit Resistenzen

Für Parzellen mit resisenten Gräsern empfehlen wir diesen Artikel zu lesen.

Gesetzliche Bestimmungen

Rückzüge - Aufbrauchfristen:

  • 1. Juli 2026 -  Metribuzin (Herold Flex, Artist, Dancor, Sencor SC).
  • 1. Januar 2027 - Flufenacet (Malibu, Herold SC, Miranda, Aduka, Araldo, Naceto)

Bei Vorauflaufbehandlungen ist im ÖLN ein Spritzfenster ohne Herbizid obligatorisch. Dazu genügt es, einen Sektor des Spritzbalkens auf 5-10 m Länge zu schliessen.

Achtung: in den Gewässerschutzzonen S2 sind alle Herbizide welche die Wirkstoffe Pinoxaden (z.B. Axial One) oder Penoxsulam (z.B. Falkon) enthalten verboten.

Ausserdem

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